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#Militärausgaben

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Die Ära der #Aufrüstung: Brüssel und Berlin planen gigantische Rüstungsschulden

Mit einem fast zeitgleich verkündeten Doppelwumms präsentierten die wahrscheinliche künftige Schwarz-Rote #Bundesregierung und auch Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 4. März 2025 ihre Vorschläge, wie massive Erhöhungen der #Militärausgaben finanziert werden sollen: über Schulden. Es folgen die wichtigsten Details soweit bislang bekannt.

Berlin: Rüstung geht immer I

Laut Schätzungen der NATO beliefen sich die deutschen Militärausgaben im Jahr 2024 auf 90,58 Mrd. Euro (2,12 Prozent des #Bruttoinlandsproduktes, BIP). Der Betrag setzt sich zusammen aus dem offiziellen #Verteidigungshaushalt von 51,95 Mrd. Euro, hinzu sollten 19,8 Mrd. aus dem #Sondervermögen und 18,83 Mrd. #Euro nach #NATO-Kriterien (militärrelevante Ausgaben aus anderen Haushalten, v.a. für #Waffenlieferungen an die #Ukraine) kommen (weil ein zeitiger Mittelabruf teils nicht gelang, waren es real wohl rund 4,6 Mrd. Euro weniger).

Obwohl die Ausgaben damit zwischen 2014 (34,75 Mrd. Euro) und 2024 (90,58 Mrd. Euro) bereits drastisch gestiegen sind (wieder laut NATO), soll damit das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht sein. Schon im #Wahlkampf lieferten sich die #Kandidaten einen regelrechten #Überbietungswettbewerb in Sachen #Militärausgaben. Den Anfang machte Grünen-Spitzenkandidat Robert #Habeck, der Militärausgaben von 3,5% des BIP forderte. Auch CSU-Chef Markus #Söder gab zum Besten, die #Verteidigungsausgaben müssten künftig „deutlich über drei Prozent“ des BIP liegen. Und Unions-Spitzenkandidat Friedrich #Merz äußerte sich: „Ob es nun zwei 2,5 oder 5 Prozent sind, ehrlich gesagt, das hat für mich nur eine zweitrangige Bedeutung.“ Es müsse sichergestellt sein, „dass wir das notwendige Geld haben, um die #Bundeswehr wieder in die Lage zu versetzen, ihren Auftrag zu erfüllen“, wovon sie aktuell ziemlich weit entfernt“ sei.

Noch vor der #Wahl wurde dann auch in der Presse berichtet, die NATO beabsichtige auf ihrem #Gipfeltreffen im Juni 2025 eine Erhöhung des Mindestausgabenziels von bislang 2 Prozent des BIP auf 3 bis 3,5 Prozent des BIP zu beschließen. Um an diese Werte konkretere Preisschilder zu kleben: 2024 belief sich das deutsche BIP auf 4305 Mrd. Euro, der Haushalt umfasste 476,81 Mrd. Euro. 3,5% des BIP hätten Militärausgaben von ziemlich genau 150 Mrd. Euro bedeutet – rund 32% des gesamten Haushaltes. Würden europaweit mindestens 3,5 Prozent des BIP ausgegeben, würden die Militärausgaben auf knapp 600 Mrd. Euro explodieren – #Russland kam laut Military Balance 2024 auf Militärausgaben von 145,9 Mrd. Dollar. Obwohl sich hier völlig zurecht die Frage aufdrängt, ob die hier durch die Gegend geisternden Zahlen noch in irgendeinem auch nur entfernt plausiblen Verhältnis zur potentiellen Bedrohung stehen, war die massive Erhöhung der Militärausgaben bei fast allen Parteien völlig unstrittig – uneins war man sich lediglich lange wie dies finanziert werden soll.

Zur Auswahl standen haushaltsinterne Umschichtungen, die aber in diesen Größenordnungen schlicht nicht zu machen sind, wie auch die Union irgendwann einsehen musste. Zwischenzeitlich schien es, als werde ein neues Bundeswehr-#Sondervermögen ausgelobt, die Rede war zunächst von 200 Mrd. Euro., dann von 400 Mrd. Euro. Nun scheinen sich #Union und #SPD auf eine dritte Variante verständigt zu haben: Militärausgaben oberhalb von 1 Prozent des BIP sollen künftig von der #Schuldenbremse ausgenommen werden, wobei es dabei wohl weder eine zeitliche noch eine finanzielle Grenze zu geben scheint. Das Fachportal Europäische Sicherheit & Technik schreibt dazu: „Die Höhe der zusätzlich verfügbaren Finanzmittel ist, soweit bekannt, nicht begrenzt. Beobachter schätzen, dass bis zu 400 Milliarden Euro bereitgestellt werden könnten.“

Bei diesem demokratisch überaus fragwürdigen Hauruckverfahren war deshalb so große Eile geboten, weil #Linke und #AfD im nächsten #Bundestag angesichts der für diese Änderung erforderlichen 2/3 Mehrheit eine #Sperrminorität hätten. Angepeilt wird deshalb eine Abstimmung im Bundestag in der Kalenderwoche 11 ab dem 10. März 2025. Der voraussichtliche Fahrplan ist bei den griephan-Briefen (Nr. 10/2025) zu finden: 13.03.25: 1. Lesung Plenum; 14.03.25: Abschluss im Ausschuss; 18.03.25: 2./3. Lesung Plenum; 21.03.25: Bundesrat; Spätestens 25.03.25: Konstituierung des 21. Bundestages.

Brüssel: #Rüstung geht immer II

Nahezu parallel dazu verkündete EU-#Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 4. März 2025 ein aus fünf Punkten bestehendes Maßnahmenpaket zur „Wiederaufrüstung Europas“ („ReArm Europe“). Details finden sich in der entsprechenden Presseerklärung von der Leyens:

Punkt 1: Militärausgaben sollen von den Schuldenregeln des Stabilitäts- und #Wachstumspakts (#Maastricht-Kriterien) ausgenommen werden. Ob dies vollständig oder nur zum Teil der Fall sein soll, geht aus den bisherigen Informationen nicht hervor. Die Kommission spekuliert, dadurch könnten Erhöhungen der Militärausgaben um 1,5 Prozent des BIP befördert und allein hierdurch innerhalb der nächsten vier Jahre zusätzliche 650 Mrd. Euro mobilisiert werden.

Punkt 2: Es soll ein europäisches Finanzierungsinstrument im Umfang von 150 Mrd. Euro eingerichtet werden. Darüber sollen den Mitgliedsstaaten „Darlehen“ für „Investitionen im Verteidigungsbereich“ gegeben werden, was auch #Rüstungsgüter für die Ukraine einschließt.

Punkt 3: Hier soll an die Mittel der #Kohäsionsfonds gegangen werden, die eigentlich über die Finanzierung von #Umwelt und #Infrastrukturmaßnahmen in den ärmeren Mitgliedsländern eine schrittweise Angleichung der #Lebensverhältnisse befördern sollen. Nun heißt es aber in der Pressemitteilung der Kommission: „Diesbezüglich können wir kurzfristig viel tun, um mehr Mittel für #Investitionen im #Verteidigungsbereich bereitzustellen. An dieser Stelle möchte ich verkünden, dass wir den Mitgliedstaaten zusätzliche Möglichkeiten und Anreize vorschlagen werden, damit sie entscheiden können, ob sie die kohäsionspolitischen Programme nutzen wollen, um die Verteidigungsausgaben zu erhöhen.“ Hier geht es für die ärmeren Mitgliedsländer um beträchtliche Mittel: Im aktuellen EU-Haushalt 2021 bis 2027 sind für die Kohäsionsfonds 42,6 Mrd. Euro eingestellt.

Punkt 4: Es soll verstärkt privates Investitionskapitel gewonnen werden.

Punkt 5: Die Europäische Investitionsbank (EIB) soll vor den Rüstungskarren gespannt werden. Lange war dies gänzlich tabu, dann erfolgte eine Öffnung für Güter mit doppeltem Verwendungszweck. Ohne dass dies aus der Pressemitteilung direkt hervorginge, ist davon auszugehen, dass nun EIB-Gelder für die gesamte Rüstungsklaviatur verwendet werden können sollen.

(...)

Weiterlesen in der Analyse von Jürgen Wagner via @imi , die wir hier gebloggt haben.

Wie immer der Aufruf: Werdet Mitglied bei der IMI - Spendet für die IMI!: Einfach auf imi-online.de eintragen und die Printversion unseres Ausdrucks dazu bekommen. #Antimilitarismus #Bundeswehr #Militarisierung

Kanzler in spe umarmt #Zukunft. Unerwartet, ich bin verhalten angetan...

Gedanken dazu:
top Plan: nur Basic #Militärausgaben unter #Schuldenbremse im Haushalt, Überhang extra
auch gut: 500 Mrd #Sondervermögen #Infrastruktur
dito: Länder SchuBr lockern
fatal: nix fürs #Klima

Ohne Mittel fürs Klima wird ein guter Ansatz zum tapezieren im Abbruchhaus!

Mitzudenken:
Mittel für Infrastruktur sind inhärent rentierliche Investitionen
Auch konsumptive Ausgaben Bund führen zu #Wirtschaftswachstum

Replied in thread

@ReinerTrometer
#JanVanAken argumentiert in diesem Interview und an anderer Stelle, 430 Mrd € #Militärausgaben der europäischen #NATO-Länder würden angesichts 300 Milliarden russischer Ausgaben "vollkommen ausreichen".

Wie gerne würde ich diese Argumentation glauben, gerade von ihm als ehemaligen Waffeninspekteur. Kann ich leider nicht.
Putin kämpft keine symmetrischen Kriege. Die Zeiten offener Feldschlachten, wenn es sie je gegeben hat, sind vorbei. Putin begeht ein Kriegsverbrechen nach dem anderen. Reichen wirklich gleiche Aufwände auf der Seite der angegriffenen, um davor abzuschrecken? Wenn die Polizei bei Mordermittlungen nur soviel Aufwand treiben dürfte wie der Mörder, oder wenn ich zum Schutz meiner Wohnung vor Einbruch nicht mehr ausgeben dürfte wie ein Einbrecher für Einbruchswerkzeuge, dann hätten die Kriminellen uns in der Hand.

Gut dass #VanAken sich klar zu humanitärer Hilfe für die #Ukraine bekennt und dazu, dass es keinen Diktatfrieden geben darf. Ja, man darf nicht nur militärisch denken, und so wichtig es ist, die russische #Schattenflotte fest zu setzen – er war der erste der das gefordert hat, schon im November, lange vor #Eventin – so wenig kann ich mir vorstellen, einen Diktatfrieden ohne militärische Verteidigung zu verhindern, und Humanität zu sichern ohne Flugabwehr auf jedem Niveau: gegen die großen "Hyperschallraketen" wie gegen Schwärme kleiner Drohnen. Das es für das eine andere Abwehrmittel braucht wie für das andere, scheint klar. Leider lehnt er Waffenlieferungen ab, was wohl bedeutet, auch jegliche Form von Luftverteidigung.

Ansonsten wäre ich überzeugt, #DieLinke bei der #Bundestagswahl zu wählen. #BTW25

Deutschlands Verteidigungsausgaben offenbar über Zwei-Prozent-Marke

Erstmals seit drei Jahrzehnten hat Deutschland der NATO offenbar Verteidigungsausgaben in Höhe von zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes gemeldet. NATO-Generalsekretär Stoltenberg legt heute neue Zahlen zu den Beiträgen der Mitglieder vor.

➡️ tagesschau.de/inland/nato-deut

tagesschau.de · Deutschlands Verteidigungsausgaben offenbar über Zwei-Prozent-MarkeBy tagesschau.de

Bund will Mittel für Waffenhilfen an die Ukraine verdoppeln

In einem aktualisierten Entwurf des Bundeshaushalts 2024 hat das Finanzministerium die Militärhilfen für die Ukraine auf acht Milliarden Euro verdoppelt. Verteidigungsminister Pistorius bestätigte das Vorhaben.

➡️ tagesschau.de/ausland/europa/u

tagesschau.de · Bund will Mittel für Waffenhilfen an die Ukraine verdoppelnBy tagesschau.de

Lächerliche Summe, wenn mensch das in Relation setzt zu den Investitionen in Automobilstrukturen oder erst Recht - #Militärausgaben wie dem #100MilliardenEuroBundeswehrSondervermögen

#Deutschlandticket: Es fehlen 400 Millionen Euro

Die Ministerpräsidenten der Bundesländer treffen sich heute zum Gremium. Dabei soll es neben dem Schwerpunktthema #Migration auch um die Zukunft des Deutschlandtickets gehen. Vor allem die #Finanzierung des deutschlandweiten #ÖPNV-Tickets dürfte ein Streitpunkt sein.

de.statista.com/infografik/311 #Autokorrektur

Replied in thread

@samuelmumm @BlumeEvolution

Da sind wir bei dem Wenn- und Aberpunkt, der nicht wirklich weiterhilft.

Die Geschichte / Vergangenheit kann niemand ändern, höchstens die Zeitreisenden.

Ich habe aber die große Hoffnung, das die heutige Menschheit erkennt, dass militärische Auseinandersetzungen der Vergangenheit angehören müssen.
Wenn wir behaupten, wir sind eine #zivilisierte #Gesellschaft, dann muss auch die Erkenntnis da sein, dass #Kriege nicht mehr die Lösung sein können.

Die Welt wäre reicher :

#Militärausgaben 2022

de.statista.com/statistik/date

Einfach unvorstellbar.
Allen voran, die #USA
Die tragen auch zu Hause ihre Waffen herum.

StatistaMilitärausgaben nach Ländern weltweit 2023 | StatistaDie USA geben mit deutlichem Abstand am meisten für ihr Militär aus. Dahinter folgen China und Russland.